Förderschwerpunkte

Spartenbezogene Förderschwerpunkte

des Kulturraumes Vogtland-Zwickau vom 12.04.2012

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Ergänzend zur Förderrichtlinie zur Gewährung von Zuwendungen durch den Kulturraum Vogtland-Zwickau gelten die nachfolgenden spartenbezogenen Schwerpunkte. Spartenübergreifende Projektanträge sowie Anträge für Sparten, für die keine Förderkriterien definiert wurden und die gemäß Ausschlussliste nicht grundsätzlich von einer Förderung ausgeschlossen sind, werden zur fachlichen Bewertung den Sparten zugeordnet, zu deren Förderkriterien inhaltliche Übereinstimmungen festgestellt werden können.

Sparte Darstellende Kunst - Theater und professionelle Orchester

Theater und professionelle Orchester können eine institutionelle Förderung erhalten, wenn die nachfolgenden Kriterien vollumfänglich erfüllt werden:
1. ein ausgewogen-breites Genrespektrum mit regelmäßig künstlerisch-qualitätsvollen Theater- und Musikangeboten, vorwiegend im und für den Kulturraum
2. eigene Spielpläne mit Abonnements und/oder Veranstaltungsreihen
3. überwiegender Teil an Eigenproduktionen sowie Veranstaltungen in Eigenregie
4. Anbindung bzw. Unterstützung vielfältiger kulturell-künstlerischer Aktivititäten der Region
Projektförderungen können insbesondere für Projekte gewährt werden, die
1. den Zugang zu Kunst und Kultur erleichtern und/oder neue Ausdrucks- und Kommunikationsformen beinhalten
2. regional bedeutsame Festivals, auch im Bereich der Laienkunst

    Sparte Musik

    Sachgebiet Konzertreihen, Festivals, Wettbewerbe und Kulturpreise
    Insbesondere können regelmäßig, mit hoher Qualität durchgeführte Konzertreihen und Kulturfestivals (mit überwiegender Wirksamkeit im Kulturraum) und Wettbewerbe (insbesondere auch mit überregionaler Bedeutung) eine Projektförderung erhalten, die
    1. der Bewahrung, Pflege und Entwicklung der regionalen Traditionen und/oder
    2. dem Ausbau und der Pflege überregionaler und/oder internationaler Kontakte und/oder des Kulturtourismus dienen,
    3. die Förderung des künstlerischen Nachwuchses auf verschiedenen Gebieten zum Ziel haben.

    Für die Vergabe von Kulturpreisen (z.B. Ehren- und Förderpreise), die mit dem Namen und der Leistung bedeutender, maßgeblich für die Region wirkender bzw. aus der Region hervorgegangener Persönlichkeiten verknüpft sind und der Würdigung bzw. der Anregung außergewöhnlicher Leistungen dienen, kann ebenfalls eine Projektförderung gewährt werden.

    Sachgebiet Kirchenmusik
    Als Projekte können kulturelle Höhepunkte wie Oratorien und Kantatenaufführungen, Chor- und Orgelkonzerte sowie Konzertreihen unter professioneller Leitung - auch unter Einbeziehung von Musikern und Chören aus der Region - gefördert werden. Insbesondere können bedeutende kirchenmusikalische Aufführungen (auch mit überregionaler Wirksamkeit) gefördert werden.

    Sachgebiet Laienmusik
    Der Kulturraum fördert auch das laienmusikalische Schaffen, insbesondere durch die Unterstützung der Nachwuchsarbeit in Gruppen, Ensembles, Orchestern und Vereinen.
    Eine institutionelle Förderung kann für Jugendblasorchester gewährt werden. Nachweislich sollen sich 60 % der aktiven Mitglieder in Ausbildung befinden (d. h. nicht älter als 27 Jahre). Die Förderung wird im Rahmen eines vom Kulturraum unter Beachtung seiner Finanzmittel zu definierenden Budgets auf die Förderung dieser aktiven, in Ausbildung befindlichen Mitglieder ausgerichtet. Ergänzend zum Antrag ist das vom Kulturraum für die Jugendblasorchester bereitgestellte Datenblatt vorzulegen.
    Darüber hinaus werden auch Projekte gefördert. Für eine Förderung müssen mehrheitlich die nachfolgenden Voraussetzungen und Bedingungen erfüllt werden:
    - Qualitätsnachweise durch Konzerte mit regionaler und überregionaler künstlerischer Wirksamkeit,
    - Teilnahme an Wettbewerben und Workshops bzw. Wertungs- und Kritikvorspielen,
    - Auseinandersetzung mit anspruchsvoller und/oder regional bedeutsamer und/oder historisch wertvoller Musikliteratur,
    - gezielte Nachwuchsgewinnung und -qualifizierung,
    - professionelle künstlerische Anleitung,
    - regelmäßige Probentätigkeit.
    Der Kulturraum kann auch künstlerisch-pädagogische Fortbildungen fördern.

    Sparte Musikschulen

    Für eine institutionelle Förderung von Musikschulen gelten folgende Prämissen:
    1. Musikschulen sind Orte des Musizierens, der Musikerziehung und Musikpflege. Sie legen durch qualifizierten Fachunterricht die Grundlage für eine lebenslange Beschäftigung mit Musik.
    2. Der Kulturraum förderung nicht gewinnorientierte Musikschulen.
    3. Voraussetzung für eine institutionelle Förderung ist außerdem, dass die Kriterien der Förderrichtlinie des SMWK zur Förderung der Musikschulen im Freistaat Sachsen sowie die qualitätsorientierten Richtlinien des Verbandes der Musikschulen (VdM) überwiegend eingehalten werden.
    4. Nachweislich muss die Mindestzahl der Jahreswochenstunden auf der Grundlage der beim VdM vorzulegenden Jahresstatistik (oder einer anderen vergleichbaren Statistik) über einen Zeitraum von 3 Jahren jährlich 300 Jahreswochenstunden betragen.
    Die Förderung bezieht sich auf eine anteilige Finanzierung der Jahreswochenstunden auf der Grundlage der beim VdM vorzulegenden Jahresstatistik. Dem Antrag an den Kulturraum ist die aktuelle Statistik beizufügen.

    Sparte Museen

    Professionelle Museen können eine instutionelle Förderung erhalten, wenn diese ein fachwissenschaftliches Profil ausweisen und die Richtlinien der ICOM-Definition erfüllen: "Ein Museum ist eine gemeinnützige, ständige, der Öffentlichkeit zugängliche Einrichtung, im Dienste der Gesellschaft und ihrer Entwicklung, die zu Studien-, Bildungs- und Unterhaltungszwecken materielle Zeugnisse von Menschen und ihrer Umwelt beschafft, erforscht, bekannt macht und ausstellt." (International Council of Museums - ICOM-2004)
    Bei der Festlegung der Förderkriterien und der Bewertung der Förderwürdigkeit orientiert sich der Kulturraum Vogtland-Zwickau an den "Standards für Museen" des Deutschen Museumsbundes.

    Für eine Grundförderung von bis zu 20 % der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben sind folgende Anforderungen vollständig zu erfüllen:

    1. Vorhandensein ausstellungsfähiger, originaler und über den lokalen Bezug hinausgehender Sammlungsobjekte, die für eine museale Nutzung dauerhaft zur Verfügung stehen (Besitz/Eigentum des Museums oder des Trägers)
    2. Vorhandensein eines qualitativ und quantitativ ausreichenden Sammlungsbestands hinsichtlich der Belegung der vom Museum angestrebten Themen
    3. Vorhandensein geeigneter Ausstellungs- und Depoträume, fachgerechte Aufbewahrung der magazinierten Sammlungsobjekte
    4. Leitbild und wissenschaftliche Konzeption bilden die Grundlagen für die Erfüllung der regional bedeutsamen musealen Aufgaben (Sammeln, Bewahren, Forschen und Dokumentieren, Ausstellen und Vermitteln)
    5. Leitung durch eine hauptamtlich tätige Fachkraft mit Hochschul- oder Fachhochschulabschluss, vorrangig in einer dem Museumsprofil entsprechenden Fachrichtung (mind. 0,75 VZÄ gemäß Stellenplan)
    6. Kontinuierliche Konservierungs- und Restaurierungsmaßnahmen, die von anerkannten Fachkräften umgesetzt werden
    7. Kontinuierliche wissenschaftliche Bearbeitung der Sammlungsobjekte mittels Inventarisierung und Katalogisierung
    8. Sammlungsergänzung im Rahmen der Zielsetzung des Museums
    9. Vorhandensein einer über den lokalen Bezug hinausgehenden Dauerausstellung
    10. Regelmäßige wöchentliche Öffnungszeiten von mind. 20 Stunden

    Unter Beachtung der Höchstfördersätze gemäß der Förderrichtlinie des Kulturraumes Vogtland-Zwickau kann eine höhere institutionelle Förderung gewährt werden, wenn neben den o. g. Kriterien folgende weiteren Anforderungen erfüllt werden:

    11. Vorhandensein qualitativ hochwertiger Sammlungsbestände bzw. herausragender Spezialsammlungen mit Exponaten von überwiegend regionaler und überregionaler Bedeutung
    12. Leitung durch eine hauptamtliche Fachkraft mit Hochschul- oder Fachhochschulabschluss, vorrangig in einer dem Museumsprofil entsprechenden Fachrichtung (1,0 VZÄ gemäß Stellenplan); darüber hinaus wird weiteres Fachpersonal hauptamtlich beschäftigt, durch den Stellenplan kann die Erfüllung der musealen Kernaufgaben in ihrer Gesamtheit gewährleistet werden
    13. Museumspädagogische Betreuung der Einrichtung auf der Grundlage entsprechender Konzepte und Projekte
    14. Jährliche Durchführung von mindestens 2 Sonderausstellungen mit regionaler bzw. überregionaler Bedeutung
    15. Herausgabe und/oder Erarbeitung wissenschaftlicher Publikationen; Veröffentlichung von Fachbeiträgen in Printmedien
    16. Regelmäßige wöchentliche Öffnungszeit von mind. 30 Stunden
    17. Nachweisbares Museumsmanagement (Definition siehe "Standards für Museen" des Deutschen Museumsbundes)

    Projektförderung wird für professionelle Museen nicht gewährt. Als Ausnahme kann die Unterstützung außerplanmäßiger, unaufschiebbarer Ankäufe regional bzw. überregional bedeutsamer musealer Objekte durch institutionell vom Kulturraum geförderte Museen erfolgen. Voraussetzung ist, dass die Einrichtung über einen Haushaltsansatz für Ankäufe verfügt. Im Einzelfall ist nachzuweisen, dass die eingeplanten Mittel nicht ausreichen bzw. dass die erforderlichen Mittel im laufenden Haushalt nicht eingeplant werden konnten. Die zum Erwerb vorgesehenen Objekte müssen im Einklang mit dem jeweiligen Sammlungsprofil stehen

    Sparte Ausstellungen mit musealem Charakter und technische Schauanlagen

    Es kann eine institutionelle Förderung gewährt werden, wenn die ständigen Ausstellungen bzw. technischen Schauanlagen
    1. über ein regional oder überregional bedeutsames Alleinstellungsmerkmal verfügen,
    2. einen Bezug zur regionalen Identität und/oder Tradition aufweisen,
    3. nicht kommerziell ausgerichtet sind,
    4. die inhaltlichen Schwerpunkte im kulturellen Bereich zu finden sind und ein besonderer künstlerisch-ästhetischer Anspruch vorliegt,
    5. eine Betreuung durch ausgewiesene Fachkräfte erfolgt und das Konzept der Einrichtung durch eine dem Profil der Einrichtung qualifizierte Fachkraft erarbeitet wurde,
    6. den pädagogischen Angeboten zur Vermittlung von Kultur ein angemessener Stellenwert durch entsprechende Projekte und/oder fachliche Betreuung beigemessen wird,
    7. regelmäßige wöchentliche Öffnungszeiten gewährleistet werden (mind. 20 Stunden).
    Die institutionelle Förderung soll einen Anteil von 10 % der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben der Einrichtung nicht überschreiten.

    Sparte Bildende Kunst

    Galerien, die nicht kommzeriell ausgerichtet sind und über eine regionale Ausstrahlung verfügen, können eine institutionelle Förderung erhalten, wenn folgende Kriterien vollumfänglich erfüllt werden:
    1. Leitung durch eine hauptamtlich tätige, entsprechend qualifizierte Fachkraft
    2. Vorliegen eines Jahresausstellungsplanes
    3. Regelmäßige Durchführung von eigenen Kunstausstellungen (d. h. durch das Personal der Galerie konzipiert)
    4. Übernahme von Vermittlungsaufgaben im Bereich der Bildenden Kunst
    5. Regelmäßige Öffnungszeiten (wöchentlich sollen diese mindestens 20 Stunden betragen)
    Der Höchstfördersatz im Bereich der institutionellen Förderung in der Sparte Bildende Kunst soll bei 40 % der zuwendungsfähigen Ausgaben liegen.
    Projektförderungen werden unter Beachtung des Höchstfördersatzes gemäß der Förderrichtlinie des Kulturraumes Vogtland-Zwickau insbesondere gewährt für
    1. Galerietätigkeit gemeinnütziger Vereine bei Vorliegen eines Jahresplanes und Nachweis regelmäßiger Öffnungszeiten
    2. Künstlerische Ausstellungen und Projekte insbesondere von gemeinnützigen Vereinen; öffentlicher Charakter und regionaler Bezug des Projektes ist nachzuweisen
    3. Maßnahmen, die der Stärkung, Qualifizierung und Vernetzung von Angeboten der Bildenden Kunst dienen (z.B. Symposien, Werkstätten, Workshops)
    4. Projektbegleitende Publikationen (z.B. Kataloge zur Würdigung und Förderung regional bedeutender, aktiver Künstler / in der Regel als einmalige Künstlerförderung); der regionale Bezug ist nachzuweisen
    5. Vergabe von Ehren- und Nachwuchspreisen im Bereich der Bildenden Kunst, sofern der Preis namhaften, aus der Region stammenden bzw. in der Region wirkenden Künstlern gewidmet ist

    Sparte Bibliotheken

    Hauptamtlich geleitete, Öffentliche Bibliotheken können eine institutionelle Förderung von
    1. bis zu 15 % der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben erhalten, wenn sie sich in einem Mittelzentrum gemäß Landesentwicklungsplan Sachsen befinden,
    2. bis zu 30 % der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben erhalten, wenn sie sich in einem Oberzentrum gemäß Landesentwicklungsplan Sachsen befinden.
    Darüber hinaus sind für eine institutionelle Förderung folgende Voraussetzungen vollumfänglich zu erfüllen:
    1. Der bundesweite Zielbestand von 2,0 Medien/Einwohner ist anzustreben (mind. 1,5 - max. 3,0 Medien/Einwohner; als Nachweis dient die Deutsche Bibliotheksstatistik). Es ist darauf zu achten, dass die Anzahl der jährlichen Zugänge und Abgänge an Medien nicht wesentlich voneinander abweicht.
    2. Leitung durch einen Diplom-Bibliothekar/eine Diplom-Bibliothekarin bzw. einen Fachhochschulabsolvent (z.B. wissenschaftlicher Bereich) sowie festangestelltes Fachpersonal mit regelmäßiger fachbezogender Fortbildung (nachweislich 1xjährlich je Mitarbeiterin/Mitarbeiter).
    3. Die wöchentlichen Öffnungszeiten betragen mindestens 22 Stunden.
    4. Die fachliche Unterstützung der Sächsischen Landesstelle für Öffentliche Bibliotheken wird genutzt.
    5. Die Jahresergebnisse werden termingerecht durch die Deutsche Bibliotheksstatistik erfasst.
    6. Es erfolgt eine selbstfinanzierte Teilnahme an einem Bibliotheksverbund (z.B. Sachsen-OPAC, Vogtland-OPAC) zur Gewährleistung der Einbindung in regionale und überregionale Portale.
    7. Für die Einrichtung liegen eine Bestandskonzeption mit Alleinstellungsmerkmalen, Schwerpunkten und Entwicklungstendenzen sowie eine gültige Satzung/Benutzungsordnung vor.

    Bei Unterschreitung der Kriterien a) und c) kann nach fachlicher Bewertung eine Reduzierung des Fördersatzes vorgenommen werden.

    Der Fördersatz für Bibliotheken in Mittelzentren kann auf bis zu 20 % der zuwendungsfähigen Ausgaben erhöht werden, sofern diese das Aufgabenspektrum einer Kreisbibliothek nachweislich erfüllen. Hierzu gehören insbesondere:

    • fachlich-methodische Unterstützung nebenamtlich geführter Bibliotheken sowie Anleitung der nebenberuflich tätigen Bibliotheksleiter des Landkreises (z.B. durch Schulungen),
    • Bereitstellung eines vielfältigen Medienbestandes für den Grundbedarf und den gehobenen Bedarf (elektronisch verzeichnet und recherchierbar),
    • Versorgung der Bibliotheken im Landkreisgebiet mit Austauschbeständen,
    • Kooperation mit den hautamtlich fachlich geleiteten Stadt- und Gemeindebibliotheken des Landkreises sowie mit Schulen/Schulbibliotheken,
    • fachliche und sachliche Kontrolle der Kennziffern in der Deutschen Bibliotheksstatistik der nebenberuflich geleiteten Bibliotheken des Landkreises,
    • Zusammenarbeit mit der Sächsischen Landesfachstelle für Bibliotheken in Fragen der Bibliotheksentwicklungsplanung, Öffentlichkeitsarbeit, Fortbildung, IT-Ausstattung und aller fachrelevanten Fragen.

    Eine institutionelle Förderung von bis zu 25 % der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben kann die Ratsschulbibliothek in Zwickau als öffentlich-wissenschaftliche Ausleihbibliothek aufgrund ihres umfassenden Altbestandes, Mittleren und Neueren Bestandes sowie der Sammlung Flechsig und den vorliegenden Sammlungsschwerpunkten erhalten. Die Einrichtung soll wöchentlich mindestens 40 Öffnungsstunden anbieten. Neben der Bestandspflege und der Bestandserhaltung hat die Einrichtung ihren Medienerwerb auf eine möglichst optimale Literatur- und Informationsversorgung von Fachleuten sowie der interessierten Öffentlichkeit abzustimmen. Darüber hinaus sollen die Medienerschließung mittels elektronischer Katalogisierung und die Teilnahme an Verbundsystemen mit vielfältigen Suchfunktionen und möglichst weltweiten Recherchemöglichkeiten erfolgen.

    Der Kreisbibliothek Vogtlandkreis kann ebenfalls eine institutionelle Förderung unter Orientierung am Förderhöchstsatz gemäß der Förderrichtlinie des Kulturraumes Vogtland-Zwickau gewährt werden. Die Erfüllung folgender Voraussetzungen ist nachzuweisen:

    1. Die Kriterien für die institutionelle Förderung öffentlicher Bibliotheken werden mit Ausnahme der unter c) festgelegten wöchentlichen Öffnungszeiten erfüllt. Anstelle der unter a) genannten Medien je Einwohner tritt die Bezeichnung "der zu betreuenden Einwohner" (= Orte mit betreuten stationären Bibliotheken und Halteorte).
    2. Es erfolgt eine fachliche Betreuung der nebenberuflich geleiteten Gemeinde- und Ortsteilbibliotheken, der Stadtbibliotheken sowie Schulbibliotheken.
    3. Es ist eine Fahrbibliothek im Gebiet des Vogtlandkreises einzusetzen, wobei ca. 50 Haltepunkte mit einer durchschnittlichen Haltezeit von 1 Sunde erreicht werden sollen.
    4. Um eine ausreichende und aktuelle Versorgung mit Medien zu gewährleisten, soll eine Erneuerungsrate (Etat für Medienerwerb) von 10 % der Gesamtausgaben der Einrichtung angestrebt werden.

    Für folgende Projekte von hauptamtlich geleiteten, Öffentlichen Bibliotheken, die nicht bereits eine institutionelle Förderung vom Kulturraum erhalten, können Zuwendungen zur Projektförderung in Höhe des Höchstfördersatzes gemäß der Förderrichtlinie des Kulturraumes Vogtland-Zwickau gewährt werden:

    1. Medienankäufe; Als zuwendungsfähige Ausgaben werden die geplanten Haushaltsmittel für Medienankäufe zugrunde gelegt. Die Zuwendung soll je Projekt einen Höchstbetrag von 7.500 Euro nicht überschreiten. Es ist nachzuweisen, dass die für eine institutionelle Förderung definierten Förderkriterien a) bis g) erfüllt werden. Die Ankäufe sollen möglichst zielorientiert (z.B. Spezialisierung, Leseförderung) erfolgen.
    2. Teilnahme an Bibliotheksverbünden, soweit nicht bereits eine institutionelle Förderung vom Kulturraum gewährt wird
    3. Erweiterung des Angebots bezüglich neuer Medien/Technologien (keine Hardware-Ausstattung)

    Sparte Literatur

    Folgende Projekte können unter der Maßgabe, dass ein regionaler Bezug nachgewiesen werden kann (z.B. Inhalt, Autor), eine Projektförderung erhalten:
    1. Lesereihen,
    2. Lese-, Schreib- und Literaturwettbewerbe,
    3. Literaturwerkstätten sowie kreative, auch spartenübergreifende Literaturprojekte,
    4. Projekte zur literarischen Pflege und Aufarbeitung der Mundart, die der Präsentation der regionalen Identität im Kulturraum und darüber hinaus dienen,
    5. regionale Literaturtage

    Sparte Soziokultur

    Zuwendungen können für Einrichtungen und Projekte gewährt werden, sofern diese sich in ihren Angeboten und ihrer Ausrichtung am Kriterienkatalog Soziokultur des Landesverbandes Soziokultur Sachsen e.V. orientieren.
    Für eine institutionelle Förderung müssen folgende Kriterien vollumfänglich erfüllt werden:
    1. Nachweis einer mindestens zweijährigen, regional bedeutsamen und soziokulturell ausgerichteten Tätigkeit (Nachweis durch Veranstaltungspläne, Besucherzahlen, erwirtschaftete Einnahmen sowie Nachweis einer nicht kommerziellen Ausrichtung als gemeinnützige Organisation)
    2. Unterbreitung eines regelmäßigen, öffentlich zugänglichen, sparten- und generationsübergreifenden kulturellen Programms (z.B. durch regelmäßige Bereitstellung von Infrastruktur für selbstorganisierte künstlerisch-kulturelle Aktivitäten, Förderung künstlerischer Bildung, offene Werkstätten, Foren etc.); besonderer Schwerpunkt ist die Umsetzung von Vorhaben mit großer Aktualität (durch wiederkehrende Aktionsbereiche oder auch projektförmig angelegte, experimentelle Methoden)
    3. Vorliegen einer Satzung, einer qualifizierten Konzeption und eines Leitbildes zur Untersetzung der Ansprüche und Arbeitsfelder im soziokulturellen Bereich
    4. Beschäftigung von festangestelltem Leitungspersonal bzw. qualifiziertem Fachpersonal
    5. Das Angebotsprofil muss zu einem überwiegenden Teil aus eigenen kulturellen Angeboten (d. h. Durchführung in eigener Regie der Einrichtung) bestehen und darf nicht durch Sportangebote, Kinder- und Jugendarbeit, Sozialarbeit, Vermietung oder reine Veranstaltungstätigkeit dominiert werden.
    6. Bereitstellung der Infrastruktur zur Förderung der künstlerisch-kreativen Eigenbetätigung und des bürgerschaftlichen Engagements der Besucher und Besucherinnen sowie für die in der Einrichtung arbeitenden Vereine, Gruppen und Initiativen, deren Angebote im soziokulturellen Kontext stehen

    Die institutionelle Förderung soll bei soziokulturellen Einrichtungen maximal 35 % der zuwendungsfähigen Ausgaben betragen.

    Für die Förderung von Projekten ist maßgebliche Voraussetzung, dass eine Beteiligungsorientierung gegeben ist. Inhaltlich sollen Projekte im Bereich der Soziokultur wie folgt ausgerichtet sein:

    1. Unterstützung der künstlerischen und kulturellen Bildung
    2. Programmatische Verbindung mehrerer künstlerischer Genre (spartenübergreifende Angebote)
    3. Integration verschiedener Altersgruppen bzw. generationsübergreifend angelegt
    4. Förderung der künstlerisch-kreativen Eigenbetätigung sowie des bürgerschaftlichen Engagements der Nutzerinnen und Nutzer
    5. Erprobung neuer künstlerischer Ausdrucksformen

    Bereich Kulturelle Bildung

    Kulturelle Bildung spielt im Rahmen der Projektförderung eine besondere Rolle. Sie stellt jedoch keine eigenständige Kultursparte dar. Vielmehr werden die nachfolgenden Qualitätskriterien spartenübergreifend und stets im Zusammenwirken angewandt:
    1. Im Zentrum stehen Projekte, welche entweder die aktive kreativ-künstlerische Betätigung befördern oder mit pädagogisch-methodischen Ansätzen an den Bereich Kultur heranführen.
    2. Die Umsetzung eines Bildungsprozesses ist in der Projektbeschreibung darzustellen und zu untersetzen.
    3. Grundsätzlich können sich die Projekte an Personen jeder Altersstufe wenden.
    4. Der methodische Ansatz des Projektes, an dem dessen inhaltliche Untersetzung ausgerichtet wird, ist zu beschreiben. Ein angemessenes Verhältnis zwischen Vermittlung und aktiver Aneignung sollte nachgewiesen werden.
    5. Das Projekt ist durch Fachkräfte, deren Qualifizierung bzw. Eignung sich an den Projektinhalten auszurichten hat, durchzuführen.
    6. Die Unsetzung des Projektes ist in geeigneter Form zu dokumentieren.
    7. Soweit unter Beachtung des Projektinhaltes bzw. der mit dem Projekt angestrebten Ziele möglich, sind das Projekt und dessen Ergebnis öffentlich vorzustellen.
    8. Besonders förderwürdig sind solche Projekte, die der Vernetzung dienen und Nachhaltigkeit besitzen. Kooperationsprojekte zwischen Kultur- und Bildungseinrichtungen sind hinsichtlich der Ganztagsangebote und evtl. Bezugspunkte zum SGB VIII abzugleichen.


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