Kultur-Leitlinien

K U L T U R - L E I T L I N I E N

für den Zweckverband Kulturraum Vogtland-Zwickau

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INHALT

1. Präambel
2. Aufgaben und Förderziele des Kulturraumes Vogtland-Zwickau
2.1. Anliegen der Kultur-Leitlinien
2.2. Regionale Bedeutsamkeit
2.3. Förderrichtlinie des Kulturraumes Vogtland-Zwickau
2.4. Regionale Förderschwerpunkte
2.5. Spartenbezogene Förderziele (2.5.1 - 2.5.10)
3. Beschlussfassung und Anwendung

1. Präambel

Die Kulturpflege ist im Freistaat Sachsen Pflichtaufgabe der Gemeinden und Landkreise (§ 2 Abs. 1 Sächsisches Kulturraumgesetz - SächsKRG). Bei ihren Aufgaben von regionaler Bedeutung werden die Träger kommunaler Kultur von den Kulturräumen unterstützt, wobei sich dies insbesondere auf die Finanzierung dieser Aufgaben bezieht (§ 2 Abs. 2 Satz 1 SächsKRG).
Zur Finanzierung der Kulturkasse erhalten die Kulturräume jährlich Zuweisungen des Freistaates Sachsen und erheben bei ihren Mitgliedern eine Kulturumlage. Die Landeszuweisungen sind im § 6 SächsKRG mit jährlich mindestens 86,7 Mio. Euro festgeschrieben, deren Ausreichung an die Kulturräume ist in der Sächsischen Kulturraumverordnung (SächsKRVO) geregelt. Mit der Erhebung der Kulturumlage wird eine Grundvoraussetzung für die Gewährung der Landeszuweisung erfüllt. Um gegenüber den Kulturträgern eine konstante Begleitung bei der Entwicklung und Finanzierung regional bedeutsamer Einrichtungen und Maßnahmen in Aussicht stellen zu können, soll die Kulturumlage stabil gehalten bzw. in der zur Erlangung der maximal jährlich möglichen Landeszuweisung benötigten Höhe bereitgestellt werden.
Die Kulturräume definieren die regionale Bedeutsamkeit kultureller Einrichtungen und Maßnahmen für ihre Region und entscheiden selbständig unter Beachtung der Empfehlungen des Kulturbeirates durch Beschluss des Kulturkonventes über die Vergabe ihrer Mittel. Somit ist die durch die Kulturräume auszureichende Förderung geprägt von Solidarität, wobei damit die örtliche Förderung nicht ersetzt werden soll und kann und auch die Akquirierung zusätzlicher Förder- bzw. Drittmittel weiterhin angestrebt werden muss. Vielmehr bildet die Kulturraumförderung (Angebote mit regionaler Bedeutung) neben der örtlichen Förderung (Angebote mit lokaler/regionaler Bedeutung), der Landesförderung (Landesbedeutung/erhebliches Staatsinteresse) und der Förderung des Bundes sowie der EU eine weitere Förderebene.
Der Kulturraum Vogtland-Zwickau wurde am 01.08.2008 als Gesamtrechtsnachfolger der Kulturräume Vogtland und Zwickauer Raum gegründet. Pflichtmitglieder gemäß Sächsischem Kulturraumgesetz sind der Vogtlandkreis und der Landkreis Zwickau. Freiwillige Mitglieder sind die Städte Plauen und Zwickau. Die damit entstandene Kulturregion lässt sich jedoch nicht allein durch Verwaltungsbeschlüsse zu einem einheitlichen Konstrukt vereinen, sondern muss vielmehr unter Beachtung der regionalen und territorialen Unterschiede mittels einer einheitlichen Förderrichtlinie zusammenwachsen. Mit dem Erlass einer neuen Förderrichtlinie einschließlich Förderschwerpunkten wurde am 07.05.2009 eine Grundlage geschaffen.
Angestrebt wird eine transparente, auf den Grundsätzen der regionalen Bedeutung sowie der Gleichbehandlung beruhende Förderstruktur. Um diese zu entwickeln, aber auch um die Förderrichtlinie sowie die Förderschwerpunkte zu evaluieren, werden Kultur-Leitlinien erstellt.
Durch den Kulturkonvent werden Kultursachverständige in den Beirat berufen. Dieser berät den Kulturkonvent bei seinen Entscheidungen. Bei der Berufung des Beirates wird darauf geachtet, dass die Beiratsmitglieder in ihren fachlichen Entscheidungen unabhängig sind. Die jährlich vorzulegenden Anträge auf Zuwendungen aus dem Kulturraum werden durch die jeweils berufenen Spartenvertreter fachlich anhand der Förderrichtlinie und der Förderschwerpunkte des Kulturraumes bewertet und dem Gesamtbeirat vorgestellt. Dieser entscheidet in seiner Gesamtheit über die an den Kulturkonvent weiterzugebenden Förderempfehlungen.
Kultur ist "mehr als Kunst" und gehört unverzichtbar zum gesellschaftlichen und persönlichen Lebensumfeld. Kultur darf deshalb auch nicht dem Diktat der Finanzen unterworfen werden. In diesem Sinne bekennt sich der Kulturraum zur Vielfalt im regionalen Kulturbereich, aber auch zur Pluralität und Individualität der Kulturangebote in der Kulturraumregion. Prioritätensetzungen sind aber gleichermaßen unverzichtbar, um Akzeptanz und Legitimation zu schaffen. Hierbei gilt es, sich zur Förderung regional bedeutsamer Einrichtungen und Maßnahmen zu bekennen, Alleinstellungsmerkmale für die Kulturraumregion zu definieren und ein ausgewogenes Verhältnis zwischen der Förderung von Einrichtungen und Maßnahmen sowie professioneller und semiprofessioneller (Laien) Kulturangebote zu schaffen. Um dieses ausgewogene Verhältnis zu gewährleisten sowie die Unterstützung neuer, innovativer Angebote zu ermöglichen, wird in der jährlichen Haushaltsplanung ein Budget für die Förderung von Projekten und Maßnahmen festgelegt.
Mit Alleinstellungsmerkmal ist die Herausarbeitung der Spezifik der Kulturraumregion gemeint, die sich u. a. aus deren Tradition und Geschichte begründet. Hierzu gehören zum Beispiel die Bäder- und Musikregion Oberes Vogtland, die Plauener Spitze und der Automobilbau in Zwickau, aber auch Persönlichkeiten wie Erich Ohser (e.o.plauen) und Robert Schumann (diese Aufzählung ist nicht abschließend und stellt keine Angabe der Förderpriorität dar).

 

2. Aufgaben und Förderziele des Kulturraumes Vogtland-Zwickau

2.1. Anliegen der Kultur-Leitlinien
Für den Zweckverband Kulturraum Vogtland-Zwickau werden KULTUR-LEITLINIEN erstellt.
Diese sollen ein Instrument für die Entwicklung der künftigen Förderschwerpunkte sowie für die Evaluierung der Förderrichtlinie des Zweckverbandes sein. Darüber hinaus dienen sie der Definition der regionalen Bedeutsamkeit sowie der Darstellung regionaler Alleinstellungsmerkmale.
Die Förderung regional bedeutsamer kultureller Einrichtungen und Maßnahmen (Projekte) durch den Kulturraum Vogtland-Zwickau
  1. wird zur Unterstützung der Darstellenden und der Bildenden Kunst, Musik und Musikschulen, Museen, Sammlungen und Ausstellungen, Bibliotheken und Literatur, Heimat- und Brauchtumspflege, Kultureller Bildung sowie dees Bereichs Soziokultur ausgereicht. Die Kultursparten wirken im Verbund als Identitätsstifter für die Kulturraumregion.
  2. unterstützt ein breites Feld von kommunalen und frei-gemeinnützigen Kulturträgern, welche aber durch Kooperationen und neue Modelle noch vielfältige Synergien eröffnen können.
  3. wird für unterschiedliche Kultursparten gewährt und ziel somit auch auf die Förderung und den Erhalt kultureller Vielfalt ab.
  4. versteht sich als Beitrag zur sinnstiftenden Teilhabe an regionalen Kulturangeboten.
  5. erfolgt auf der Grundlage objektiver Entscheidungen der Sachverständigen.
  6. versteht sich als ein "weicher Standortfaktor" und ist damit elementar für die wirtschaftliche, gesellschaftliche und touristische Entwicklung der Region.
  7. richtet sich an der jeweils gültigen Förderrichtlinie und den Förderschwerpunkten aus.
  8. legt einen Schwerpunkt auf die Entstehung, Entwicklung und Etablierung innovativer Projekte.
Die vom Kulturraum Vogtland-Zwickau auszureichenden Förderungen werden sowohl als institutionelle Zuwendungen als auch projektbezogen gewährt. Unter Beachtung des Zuwendungsrechts werden die Beschlüsse des Kulturkonventes unter Berücksichtigung der Förderempfehlungen des Beirates sowie in Abstimmung mit den Antragstellern einzelfallbezogen (z.B. Wahl der Finanzierungsart, Erteilung von Auflagen) mit dem besonderen Schwerpunkt der Nachhaltigkeit der Kulturangebote sowie der Ermöglichung einer effektiven Erfolgskontrolle umgesetzt.

2.2. Regionale Bedeutsamkeit

Nach Maßgabe des § 3 Abs. 1 SächsKRG unterstützt der Kulturraum Vogtland-Zwickau kulturelle Einrichtungen und Projekte von regionaler Bedeutung unabhängig von ihrer Trägerschaft und Rechtsform, wenn ihre Förderwürdigkeit entsprechend den Kriterien der Förderrichtlinie und den sich daraus ableitenden Förderschwerpunkten gegeben ist. Die zur Definition der regionalen Bedeutung im Kulturraumgesetz aufgeführten Eckpunkte bilden die Grundlage für die Bewertung der Anträge. In Präzisierung dieser Vorgaben werden folgende Vorgaben zur regionalen Bedeutung (dies umfasst auch die überregionale Bedeutung, z.B. Einrichtungen mit Bedeutung für Bund und Land) vom Kulturraum angewandt:
  1. Zu fördernde Einrichtungen müssen über besondere Alleinstellungsmerkmale verfügen.
  2. Die Einrichtungen und Maßnahmen müssen Bedeutung und Ausstrahlung über die Sitzgemeinde hinaus aufweisen, d. h.
    a. Angebote richten sich explizit und belegbar in die Kulturregion (nicht nur quartiersbezogen, sondern zumindest auf das Gebiet eines Mitgliedslandkreises)
    b. NutzerInnen kommen belegbar aus der Kulturregion
  3. Zur Sicherung der Nachhaltigkeit der Kulturangebote soll deren feste Verortung in der Kulturplanung gegeben sein.
  4. Die regionale Bedeutung wird durch Kooperationen, Vernetzungen und Aktionen mit anderen Kulturanbietern und -akteuren in anderen Sitzgemeinden oder Regionen untersetzt.
  5. Besondere Berücksichtigung können Angebote im ländlichen Kulturraum Vogtland-Zwickau finden, welche in "kulturschwachen" Regionen des Kulturraumes stattfinden.
  6. Der Kulturraum fördert außerdem unabhängig von der Untersetzung der o. g. Merkmale Musikschulen.

Die Definition des Begriffes "Regionale Bedeutsamkeit" wird mit den o. g. Ausführungen jedoch nicht abschließend bzw. unveränderbar festgelegt, sondern ist im Einzelfall entsprechend den von den Rechtsträgern abzufordernden eigenständigen Ausführungen zur jeweiligen regionalen Bedeutung oder auch bezogen auf einzelne Kultursparten (z.B. Musikschulen) differenziert anzuwenden. Regelmäßig sollte innerhalb der Gremien des Kulturraumes überprüft werden, ob eine Änderung oder Erweiterung der o. g. Eckpunkte erforderlich ist.

2.3. Förderrichtlinie des Kulturraumes Vogtland-Zwickau

Zur Definition der formalen Fördervoraussetzungen sowie zur Darstellung des Zuwendungsverfahrens der institutionellen Förderung sowie der Projektförderung verfügt der Kulturraum Vogtland-Zwickau über eine Förderrichtlinie. Diese wird unter Beachtung der Kultur-Leitlinien sowie der aktuellen Entwicklungen auf Landesebene bzw. im Kulturraumgebiet regelmäßig überarbeitet.

2.4. Spartenbezogene Förderschwerpunkte

Als Anlage zur Förderrichtlinie verfügt der Kulturraum Vogtland-Zwickau über Förderschwerpunkte für die verschiedenen zu fördernden Kultursparten. Diese Förderschwerpunkte dienen sowohl den Antragstellern zur Orientierung als auch den Beiratsmitgliedern als Maßstab zur Bewertung der vorgelegten Anträge. Darüber hinaus enthalten die Förderschwerpunkte eine Ausschlussliste.

2.5. Spartenbezogene Förderziele (Kultur-Leitlinien)

Künftig sollen Institutionen und Projekte aus den nachfolgend genannten Sparten Zuwendungen aus dem Kulturraum Vogtland-Zwickau erhalten können. Dies bedeutet jedoch, dass einzelne Sparten wie z.B. Kultur- und Kommunikationszentren künftig keine Förderschwerpunkte für den Kulturraum mehr darstellen werden und gänzlich aus den zu fördernden Sparten herausfallen könnten.
Die Träger regional bedeutsamer Kultureinrichtungen sind aufgefordert, die Strukturen und Angebote ihrer Einrichtungen im Hinblick auf deren Zukunftsfähigkeit und Finanzierbarkeit zu überprüfen und sich kritisch damit auseinanderzusetzen. Es soll ein an die Kulturraumregion angepasstes (bedarfsorientiertes) Kulturangebot vorgehalten werden.

2.5.1. Bildende Kunst
  1. Schwerpunkt der Etablierung nachhaltiger, zukunftsfähiger Angebote im künstlerischen Nachwuchsbereich
  2. Förderung von regional und überregional bedeutenden Ausstellungen und Künstlerkatalogen mit dem Schwerpunkt auf der Förderung aktiver Kulturschaffender aus der Kulturraumregion (Jubiläumskataloge/-ausstellungen sollen grundsätzlich nur einmal je Künstler vom Kulturraum finanziert werden)
  3. Förder- und Ehrenpreise sowie Symposien mit regionalem Bezug
2.5.2. Heimat- und Brauchtumspflege
  1. Schwerpunkte im Bereich Kinder und Jugendliche (Kulturelle Bildung, Wertevermittlung)
  2. Entwicklung innovativer, auf Nachhaltigkeit ausgerichteter Angebote sowie Vernetzung der Akteure
2.5.3. Bibliotheken
  1. Schaffung eines flächendeckenden, modernen, medien- und qualitätsorientierten Bibliotheksangebotes in der Kulturraumregion, wobei sich die institutionelle Förderung künftig auf Bibliotheken mit übergreifenden bzw. für einen großen Teil des Kulturraumgebietes wahrzunehmenden Aufgaben bezieht (Abhebung von Aufgaben der kommunalen Grundsicherung)
  2. Aufbau bzw. weiterer Ausbau von Bibliotheksnetzwerken
  3. Vorhaltung eines Medien- und Dienstleistungsangebotes unter Beachtung von Sammlungsschwerpunkten (effizienter Medien- und Finanzmitteleinsatz)
  4. Schwerpunktförderung im Bereich der Medienkompetenz (z.B. Nutzerschulungen, Kulturelle Bildung, lebenslanges Lernen)
  5. Schaffung zukunftsfähiger Bibliotheken durch Teilnahme an Bibliotheksverbündung und ein auf die Bibliotheksnuter ausgerichtetes Medien- und Dienstleistungsangebot (virtuelle Bibliotheksbesuche, Medienvielfalt von Printmedien über audiovisuelle und elektronische Medien)
  6. Voraussetzung für das Erreichen der Förderziele des Kulturraumes Vogtland-Zwickau in der Sparte Bibliotheken bildet die Ausstattung der institutionell geförderten Bibliotheken mit einem angemessenen Etat zum Ankauf von Medien
2.5.4. Darstellende Kunst

Im Kulturraum Vogtland-Zwickau soll ein künstlerisch anspruchsvolles, flächendeckendes Theater- und Orchesterangebot als Investition in das gesellschaftliche Zusammenleben und eine ästhetische Bildung vorgehalten werden. Hierfür bedarf es der Theater und Orchester. Jede der vorhandenen Einrichtungen im Bereich Darstellende Kunst verfügt über ein originäres inhaltliches Profil und spezielle künstlerische Schwerpunkte.

2.5.5. Literatur

  1. Förderung mit regionalen Schwerpunkten, wie z.B. regionale Autoren (keine Manuskriptförderung), Mundart, Lesereihen
  2. Etablierung kulturraumeigener und damit sowohl räumlich als auch inhaltlich auf die Kulturraumregion ausgerichteter Literaturtage (mehrjähriger Rhythmus)

2.5.6. Museen, Sammlungen und Ausstellungen

Mit dem Leitgedanken, dass Museen
a) wissenschaftliche Einrichtungen,
b) das gegenständliche Gedächtnis und
c) Identität stiftende Orte
für die Kulturraumregion sind, fordert und fördert der Kulturraum deren Profilierung sowie Spezialisierung. Darüber hinaus werden Kooperationen und Vernetzungen begleitet bzw. unterstützt.
Voraussetzung für eine Förderung sowie die Erfüllung der vielfältigen und verantwortungsvollen Aufgaben der Einrichtungen sind:
  1. eigener, regional oder überregional bedeutsamer Sammlungsbestand und Nachweis über dessen Pflege, Sicherung und Erschließung
  2. professionelle Museumskonzeptionen und Leitbilder, die regelmäßig zu prüfen und den aktuellen Erfordernissen und Entwicklungen anzupassen sind
  3. angemessene personelle und sächliche Ausstattung der Museen

2.5.7. Musik

Förderung eines anspruchsvollen, breitgefächerten Musikangebotes:
  1. Kulturfestivals
  2. Bereich der Nachwuchsförderung durch Wettbewerbe und professionell betreute Workshops als besondere Schwerpunkte
  3. Förderung des laienmusikalischen Schaffens, insbesondere durch Unterstützung der Nachwuchsarbeit in Vereinen, Gruppen, Orchestern und Ensembles
  4. bedeutende kirchenmusikalische Aufführungen sowie zeitgenössische Musik

2.5.8. Musikschulen

Musikschulen sind
  1. Bildungseinrichtungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene und damit Teil des sächsischen Bildungssystems.
  2. den Traditionen der Kulturlandschaft verpflichtet und durch ihr bildungs- und kulturpolitisches Handeln wesentliche Mitgestalter des kulturellen Lebens im Kulturraum.
Prämissen für die Musikschulförderung durch den Kulturraum sind:
  1. Musikschulen sind Orte des Musizierens, der Musikerziehung und Musikpflege. Sie legen durch qualifizierten Fachunterricht die Grundlage für eine lebenslange Beschäftigung mit Musik.
  2. Förderung nicht gewinnorientierter Musikschulen, die sich an den Kriterien des Verbandes deutscher Musikschulen (VdM) sowie der Förderrichtlinie des SMWK zur Förderung der Musikschulen im Freistaat Sachsen orientieren.

2.5.9. Soziokultur

Die spartenübergreifenden Angebote soziokultureller Einrichtungen und Maßnahmen verstehen sich als Ergänzung zur Hochkultur und fördern die aktive, generationsübergreifende Teilhabe an Kultur. Die angebotenen Programme, die über eine normale Veranstaltungstätigkeit hinausgehen, sind auf eine aktive Mitarbeit der Nutzer/innen ausgerichtet. Soziokulturelle Zentren arbeiten nicht kommerziell, aber wirtschaftlich. Für eine Förderung aus dem Kulturraum Vogtland-Zwickau soll die Erfüllung der Qualitätskriterien in Anlehnung an den Kriterienkatalog des Landesverbandes Soziokultur Sachsen nachgewiesen werden.

2.5.10. Kulturelle Bildung

Spartenübergreifend stellt dieser Bereich einen Schwerpunkt bei der Förderung durch den Kulturraum Vogtland-Zwickau dar. Im Rahmen der Förderschwerpunkte werden deshalb gesondert Qualitätskriterien für den Bereich "Kulturelle Bildung" ausgewiesen, welche die Förderziele der einzelnen Kultursparten ergänzen. Grundsätzlich zeichnen sich Angebote der Kulturellen Bildung durch folgende Merkmale aus:
  1. Kulturelle Bildung bezeichnet die (Selbst-)Bildung des Menschen durch die Auseinandersetzung mit sich, seiner Umwelt und der Gesellschaft mit Methoden der Kulturpädagogik und durch die Künste.
  2. Formen der kulturellen Bildungsvermittlung beinhalten aktive kreativ-künstlerische Betätigungsfelder sowie die Rezeption an Kunst und Kultur.
  3. Vermittlung grundlegender künstlerischer, kultureller und sozialer Kompetenzen und Kulturtechniken
  4. Befähigung jedes einzelnen Menschen, Kunst und Kultur von Grund auf kennen und verstehen zu lernen, zu gestalten und aktiv am kulturellen Leben teilzuhaben
  5. Koordinierung und Vernetzung der Angebote im Bereich Kulturelle Bildung wird vom Kulturraum angestrebt
  6. Arbeitgsgrundlage bildet das Konzept "Kulturelle Bildung im Kulturraum Vogtland-Zwickau", welches dem Kulturkonvent am 16.11.2010 vorgelegt wurde
  7. Projekte wenden sich grundsätzlich an Personen jeder Altersstufe, wobei von besonderer Bedeutung Projekte für Kinder und Jugendliche sind.

3. Beschlussfassung und Anwendung

Die KULTUR-LEITLINIEN wurden vom Kulturbeirat im Jahr 2011 erarbeitet und am 12.10.2011 zur Weiterleitung an den Kulturkonvent empfohlen. Dem Kulturkonvent wurden die KULTUR-LEITLINIEN in der Sitzung am 22.11.2011 durch den Beiratsvorsitzenden vorgestellt und in einer Beratung am 11.01.2012 durch die beschließenden Mitglieder des Kulturkonventes diskutiert.

Die KULTUR-LEITLINIEN bilden die Grundlage für die Befassung des Kulturbeirates mit den Förderanträgen. Außerdem fanden sie Berücksichtigung bei der vom Kulturbeirat im Jahr 2012 vorgenommenen Evaluierung der Förderrichtlinie und der regionalen Förderschwerpunkte. Die Beschlussfassung dieser KULTUR-LEITLINIEN durch den Kulturkonvent erfolgte am 12.04.2012.

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